Uwe Korb

Blog

Luxembourg Art Prize 2020

Hinzugefügt am 01.06.2020

Soeben ist eine Email eingetroffen;

Liebe Künstlerfreunde, 

Viele von Ihnen haben mir in Ihren Botschaften über Ihre persönliche Situation nach der weltweiten Covid-19-Epidemie berichtet. Als Direktor des Museums La Pinacothèque, als Sammler und vor allem als Künstlerfreund seit fast 40 Jahren bin ich sehr besorgt über Ihre Schwierigkeiten, denen ich nicht gleichgültig gegenüber stehe.

Zunächst einmal sind meine Gedanken bei all jenen, die leider einen oder mehrere Angehörige verloren haben, und ich spreche ihnen mein Beileid aus. Wir hätten nie gedacht, dass es jemals zu einer solchen globalen Gesundheitskrise kommen könnte und dass wir alle direkt oder indirekt von diesem Virus betroffen sein würden.

Viele von Ihnen leben seit Wochen, je nach Land, in mehr oder weniger strenger Isolierung. Einige von Ihnen fangen gerade erst an, sich unter Wahrung der notwendigen sozialen Distanz aus diesen beengenden Maßnahmen zu befreien. Die ganze Welt ist wie gelähmt.


Ich bin mir bewusst, dass die überwiegende Mehrheit von Ihnen wochenlang nicht in der Lage war, in Ihren Werkstätten zu arbeiten, entweder weil es für Sie unmöglich war, dorthin zu gelangen, oder weil es für Sie unmöglich war, das für Ihre Kunstwerke notwendige Material zu erhalten.

Bislang folgte die Ausschreibung des Luxemburger Kunstpreises 2020 dem Rhythmus eines normalen Jahres. Trotz dieser plötzlichen gesundheitlichen Situation, die uns allen das tägliche Leben schwer machte, hofften wir, dass all dies nur eine vorübergehende Episode sein würde und dass sich unser aller Leben bald wieder normalisieren würde.

In Kürze ist es Anfang Juni, und wir müssen feststellen, dass viele von Ihnen in den letzten Monaten nicht in der Lage waren, in Ihren Ateliers so zu arbeiten, wie Sie es ursprünglich wollten.

Diese Situation ist beispiellos und historisch. Auch in der Kunstwelt ging es in den letzten Wochen nur schleppend voran. 

Um dieser globalen Gesundheitssituation Rechnung zu tragen und wie in Artikel 1.3 des Reglements vorgesehen, habe ich beschlossen, dass der Aufruf zur Einreichung von Bewerbungen für die Ausgabe 2020 des Luxemburger Kunstpreises ausnahmsweise in diesem Jahr bis zum 31. August 2020 um Mitternacht verlängert wird.

Die Namen der Finalisten werden am 30. September 2020 auf der Website und in den sozialen Netzwerken bekannt gegeben.

Die Kollektivausstellung der Finalisten findet von Samstag, dem 28. November 2020, bis Samstag, dem 13. März 2021, im Museum statt und wird daher etwa dreieinhalb Monate dauern.

Die feierliche Bekanntgabe des Preisträgers des Luxemburger Kunstpreises 2020 in Anwesenheit der Mitglieder der Jury und der Botschafter der verschiedenen Länder der Finalisten findet ausnahmsweise nicht am Tag des Ausstellungsbeginns statt, sondern nach den Feierlichkeiten zum Jahresende, am Samstag, den 23. Januar 2021. Die Künstler der Endrunde können von Donnerstag, den 21., bis Montag, den 25. Januar 2021, nach Luxemburg reisen, und zwar nur, wenn sie es wünschen. Ich werde mich persönlich darum kümmern, alle Abwesenden bei der Zeremonie zu vertreten.

Für diejenigen, die derzeit ihre Bewerbungsmappe fertiggestellt haben, und das sind nur einige wenige, gilt: Sie können sie bis Ende August weiter aktualisieren und verbessern, wenn Sie dies wünschen. Für diejenigen, die es noch nicht abschließen konnten: Sie haben jetzt Zeit, dies zu tun.

Seien wir solidarisch miteinander und sensibel für die Schwierigkeiten der Menschen um uns herum. Diese große Weltkrise erlaubt es jedem, seine Prioritäten im Leben zu überdenken. Wir wollen eine bessere Welt, menschlicher und respektvoller gegenüber anderen. Wir wollen uns für andere einsetzen und ihnen unsere Solidarität zeigen.

Wir werden alle an dieser globalen Herausforderung wachsen. Als Künstler haben Sie die Verantwortung, Herz und Kopf möglichst vieler Menschen zu öffnen, damit die Welt sensibler wird und ihre Schönheit noch mehr bewundert.

Ihre Rolle ist von höchster Bedeutung. Wie Sie wissen, habe ich meine Kindheit und Jugend in Künstlerateliers verbracht, und Ihnen allein verdanke ich meine ganze Sensibilität.

Ich bin unendlich dankbar für alles, was Sie in unsere Welt bringen. Ich habe einen immensen Respekt vor Ihnen.

Ich hoffe, dass diese 3 Monate Ihnen erlauben werden, das Beste Ihres schöpferischen Esprit hervorzubringen.

Mit den besten Grüßen

Hervé Lancelin
Direktor des Museums La Pinacothèque
Großherzogtum Luxemburg

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